13 Prozent des französischen Atommülls liegt in der Atomfabrik Tomsk 7 in Russland. Das hat die Dokumentation „Albtraum Atommüll“ aufgedeckt, die der deutsch-französische TV-Sender Arte am Dienstag ausstrahlte. Die Dokumentation – die den Spuren des nuklearen Abfalls in den USA, in Frankreich und in Russland nachgeht – erregte helle Aufregung in Frankreich: Seit den 90er-Jahren soll das Land heimlich, still und leise knapp 13 Prozent seines radioaktiven Mülls nach Sibirien verschiffen.

Den Recherchen der Journalisten zufolge werden jedes Jahr etwa 108 Tonnen Uran aus einer Wiederaufbereitungsanlage in La Hague in die sibirische Stadt Sewersk transportiert. Dabei handele es sich aber nicht um ein gesichertes Endlager. Der Atommüll würde stattdessen in Containern unter freiem Himmel auf einem Parkplatz gelagert werden.

Die Atomfabrik Tomsk in Sibirien/Russland. (Foto: globalsecurity.org)
Die Lieferung von europäischen Atommüll nach Tomsk sind jedoch keine Neuigkeit – Details lassen sich etwa auf der Homepage von Greenpeace Russland nachlesen. Was der Film nicht erwähnt: Auch Deutschland lieferte in der Vergangenheit abgereichertes Uran nach Russland, zuletzt im August. In den vergangenen Jahren starteten regelmäßig Transporte von der Urananreicherungsanlage in Gronau Richtung Rotterdam, von wo sie nach Russland verschifft wurden. Regelmäßig kam es zu Protestaktionen während der Transporte.